Füllt mit Schalle feiernd die Halle

Von Elke Schäle-Schmitt

REUTLINGEN-SONDELFINGEN. Das bringt ein so großes Ereignis mit sich: Bei der festlichen Matinee zum 125-jährigen Bestehen des Sondelfinger Liederkranzes - wie berichtet Auftakt eines Jubiläumsjahres mit zahlreichen glanzvollen Programmpunkten - nahmen die Reden und Grußworte fast so viel Zeit in Anspruch wie die Musik.

 

Mit einer festlichen Matinee in der Stephanuskirche eröffnete der Sondelfinger Liederkranz seinen 
bunten Veranstaltungsreigen zum 125-jährigen Bestehen. FOTO: Elke Schäle-Schmitt

Ein Glück für die Besucher in der voll besetzten Stephanus-Kirche, dass auch die gesprochenen Worte durchweg schön und unterhaltsam klangen.

»Als aktiver Kulturposten passt der Liederkranz bestens zur Musikstadt Reutlingen«

 Während Liederkranz-Vorsitzender Karl-Ulrich Ruggaber in seinem Rückblick 125 Jahre Chor- und Dorfgeschichte miteinander verknüpfte, stellte Bezirksbürgermeister Werner Schenk den Daten der Vereinschronik humorvoll Zeitereignisse aus der ganzen Welt gegenüber.

Die beiden Damen am Rednerpult ließen ihre Gedanken und Bonmots dagegen um die Musik und den Gesang kreisen: Irmgard Naumann, Präsidentin des Chorverbandes Ludwig Uhland, betonte den Wert der Chorgemeinschaft als Ort der Begegnung, gerade auch im Internet-Zeitalter.

Oberbürgermeisterin Barbara Bosch, selbst langjährige Chorsängerin, attestierte dem rührigen Liederkranz, als »aktiver Kulturposten« bestens zur Musikstadt Reutlingen zu passen, und rühmte die positiven Auswirkungen des Chorgesangs. Der fördere körperliche und geistige Fitness ebenso wie Kollegialität und Disziplin: »Man fängt gemeinsam an und hört im Idealfall auch gemeinsam auf.«

Letzteres war für die Sondelfinger Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Robert Wieland natürlich kein Problem bei ihrem musikalischen Programm, das sich ebenfalls um das Thema Musik rankte, vom volltönenden »Füllt mit Schalle feiernd die Halle« bis zum beschwingten »Mit Musik geht alles besser«.

Am Klavier bereicherte Michael Kuhn mit einem lyrischen Grieg-Stück und Jaroslav Jeeks Bugatti-Step die Feierstunde. Als anschließend die Sektgläser auf das Geburtstagskind erhoben wurden, meinte Liederkranzchef Ruggaber erleichtert, nun liege ein wesentlicher Teil des anspruchsvollen Jahresprogramms hinter ihm. Wie das? Sechs von insgesamt sieben Veranstaltungen folgen doch noch? »Schon. Aber da muss ich nicht mehr so viel reden. Da wird vor allen Dingen gesungen«.  (GEA)